Geschichte der Pfadfinderbewegung

Die Pfadfinderbewegung (engl. Scout Movement) ist eine internationale, religiös und politisch unabhängige Erziehungsbewegung für Kinder und Jugendliche, welche für alle Menschen offen steht, unabhängig von ihrer Nationalität und ihres Glaubens. Kern dieser Bewegung ist die sogenannte Pfadfindermethode, welche junge Menschen durch "Learning-by-Doing" (Lernen durch Handeln) in Verbindung mit sozialer Kompetenz in ihrer Entwicklung fördern soll, um diese zu verantwortungsbewussten und selbstbewussten Menschen zu "erziehen".

Gründer der Pfadfinderbewegung Baden-Powel (Quelle: Wikipedia)

Die Pfadfinderbewegung geht auf den Gründer Baden-Powel zurück, der 1907 das erste Pfadfinderlager veranstaltete. Heutzutage zählen zu den Pfadfindern weltweit mehr als 38 Millionen Kinder und Jugendliche aus 216 Ländern und Territorien, welche in zahlreichen nationalen und internationalen Jugendverbänden organisiert sind.

Sir Robert Stephenson Smith Baden-Powell (Lord of Gilwell, 1857-1941) war ein hochrangiger englischer Offizier und veröffentlichte 1899 das Buch "Aids to Scouting" (Anleitung zum Kundschafterdienst) welches großen Anklang bei den Jugendlichen fand. Nach seinem Vorbild sollten Pfadfinder ritterlich und ehrlich handeln, anderen Menschen Freund sein, Hilfsbedürftige und Schwache unterstützen und die Umwelt schützen. Als BiPi -wie er von den Pfadfindern genannt wird- 1903 nach England zurückkehrte, war er von seiner Popularität und der seines Buches so überrascht, dass er am 31. Juli 1907 das erste Pfadfinderlager auf Brownsea Island veranstaltete. An dem Lager nahmen 22 Jungen aus unterschiedlichen Schichten teil, deren soziale Unterschiede durch das Tragen einer Uniform verdeckt wurde. Noch heute tragen alle Pfadfinderinnen und Pfadfinder, je nach Dachverband, eine einheitliche "Kluft".

Infolge Baden-Powells Erfahrungen durch dieses Camp konnte er seine teils spielerischen Methoden weiter verbessern und überarbeitete sein Buch "Aids to Scouting".  Im Jahre 1908 wurde dieses Buch schließlich unter dem Titel "Scouting for Boys" veröffentlicht. Obwohl dieses Buch mehr als Ergänzung, als hilfreiche Anleitung für die damaligen Jugendgruppen und ihre Methoden gedacht war bildeten sich immer mehr Gruppen, die sich rein an Baden-Powells Methodik orientierten. Die Pfadfinderbewegung war somit geboren und im selben Jahr wurden diese Gruppen in England schließlich unter dem Dachverband "Boy Scout Association" zusammengefasst.

Im Jahre 1909 fand schließlich das erste große Pfadfindertreffen mit über 11.000 Pfadfindern statt. Obwohl die Pfadfinderbewegung rein für Jungen ausgelegt war, nahmen -zur Überraschung Baden-Powells- auch Mädchen an dem Treffen teil, welche sich selbstbewusst als Pfadfinderinnen bezeichneten. Infolgedessen wurde 1910 die "Girl Guides" (Pfadfinderinnen) von seiner Schwester Agnes Baden-Powell geleitet und im Jahre 1912 von seiner Frau Olave Baden-Powell übernommen.

Grabstein Baden-Powel (Quelle: Wikipedia)

Die Idee der Pfadfinderbewegung verbreite sich so schnell, dass sich bereits vier Jahre später auf jedem Kontinent, mit Ausnahme der Antarktis, Pfadfindergruppen gebildet hatten. Aus einer Art militärischen Handbuch, welches die Methodik für eine neue Art von Jugendarbeit beinhaltete, entstand schließlich ein erlebnispädagogisches Konzept für eine der größten Jugendbewegungen der Welt. Heutzutage gibt es über 38 Millionen Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus 216 Ländern, welche neben zahlreichen nationalen Verbänden in den zwei Weltverbänden "World Organization of the Scout Movement" (WOSM) und "World Association of Girl Guides and Girl Scouts" (WAGGGS) organisiert sind.

Am 8. Januar 1941 verstirbt Baden-Powell im Alter von 83 Jahren in Nyeri (Nähe von Nairobi) und wird am folgenden Tag auf dem dortigen Friedhof beerdigt. Der Grabstein trägt am unteren Ende das Waldläufereichen Kreis mit einem Punkt in der Mitte, was bedeutet: "Habe meinen Auftrag erfüllt, bin nach Hause gegangen"

 

Biographischer Überblick: Sir Robert Stephenson Smith Baden-Powel (1857—1941):

„Versucht, die Welt ein bisschen besser zurückzulassen, als ihr sie vorgefunden habt"

1857 Geburt am 22. Februar in London als sechstes von zehn Kindern

1859  Tod des Vaters (Beruf Theologieprofessors)

1870  Eintritt in die Charterhouse-Schule, mit der er 1973 auf das Land übersiedelte und die Waldläuferkunst für sich entdeckte.

1876  Eintritt in das Militär und Übersiedelung nach Indien.

1888  Teilnahme am Feldzug im Zululand (Afrika).

1889-1892 Spion in verschiedenen Ländern.

1895  Teilnahme am Ashantifeldzug

1899-1900 Burenkrieg: Sieben Monate Verteidigung des belagerten Mafeking in Südafrika. Veröffentlichung des Buches "Aids to Scouting (Anleitung zum Kundschafterdienst) für Soldaten

1902-1903 Aufbau der südafrikanischen Polizei

1907 Erstes improvisiertes Pfadfinderlager in Brownsea Island mit über 11.000 Pfadfinderinnen und Pfadfinder

1908  Veröffentlichung des überarbeiteten Buches "Aids to Scouting" unter derm Titel „Scouting for Boys“, welches zur Gründung von zahlreichen Pfadfindergruppen führt.

1910  Rückzug aus dem Armeedienst, Leitung der Pfadfinderbewegung.

1912  Heirat mit Miss Olave St. Claire Soames.

1916  Entstehung der Wölflingsstufe (Pfadfinder unter 12 Jahren)

1919  Entstehung der Roverbewegung.

1920  Erstes internationales Jamboree in Olympia bei London. Baden-Powell wird zum „Chief Scout of the World“ berufen.

1929  Jamboree bei Birkenhead: Baden-Powell wird Lord of Gilwell.

1938  Übersiedelung nach Afrika.

1941  Am 8. Januar stirbt Baden-Powell im Alter von 83 Jahren in der Nähe von Nairobi.

 

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Version vom 04.04.2016